Bundesweite Tierrettungsleitstelle

24 h Notruf: 0700 - 952 952 95 (12 Cent/Min.)

Chronik

Die Gründungsidee
Schnelle Hilfe, einen Arzt oder den Rettungsdienst alarmieren - bei Menschen kein Problem! Notrufnummer und Ansprechpartner sind jedem bekannt. Der Feuerwehr- und Polizeinotruf genauso wie der Rettungsdienst. Was aber, wenn ein Tier verletzt, oder schwer erkrankt ist? Wo bekommt man schnelle und qualifizierte Hilfe, gibt es eine Transportmöglichkeit zum nächsten Tierarzt oder in eine Tierklinik? Wohin wende ich mich an Wochenenden, an Feiertagen, oder gar nachts. Allein die Suche nach einem Tiertaxi gestaltet sich oftmals schwer. Wie problematisch kann das erst werden, wenn man unter Stress steht, wie bei einem Tier-Notfall.

Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Eine junge Frau ist neue, stolze Hundebesitzerin. Sie hat sich einen Welpen zugelegt und geht mit ihm zum Auslaufen in den Wald. Unbeschwert tollt sie mit ihrem Hund herum. Bis unerwartet und unbemerkt eine ältere Dame mit einem großen Hund vorbeikommt, den sie nicht im Griff hat. Beide Hunde sind frei und beschnüffeln sich. Plötzlich fällt der größere Hund den Welpen an, beißt ihn massiv in Körper und Hals, bis der Kleine benommen liegen bleibt. Die junge Frau will ihrem schwer verletzten Hund helfen und bittet die ältere Dame, sie zum nächsten Tierarzt oder zu einem Telefon zu fahren. Leider zeigt die ältere Dame kein Mitgefühl, keine Hilfsbereitschaft, keine Entschuldigung. Im Gegenteil, die Dame verlässt unverzüglich und ohne ihren Namen, Telefonnummer oder Sonstiges anzugeben, den Ort des Geschehens. Die junge Frau ist verzweifelt, trägt ihren kleinen Welpen weinend nach Hause. Der kleine Welpe überlebt Gott sei Dank diesen Angriff, obwohl erst am nächsten Tag ein Tierarzt greifbar ist. Wie wichtig wäre in diesem Fall eine Notrufnummer und qualifizierte Hilfe gewesen.

Weil Tierbesitzer jederzeit mit solchen oder ähnlichen Situationen konfrontiert werden können, haben wir uns dazu entschlossen, ein funktionierendes Tierrettungssystem aufzubauen. "Wir" das sind eine Hand voll Individualisten und Tierfreunde, die für ein solches und publikes Tierrettungssystem etwas tun möchten. Natürlich ist dies nicht ganz so einfach wie es sich anhört. Aber Ziele zu haben, Ziele zu verfolgen und Ziele zu erreichen, ist eine große Aufgabe. Diese anzupacken lohnt sich besonders für unsere liebsten Zeitgenossen, die Tiere.

Der Gründer
Als langjähriger Tierbesitzer von Hunden, Katzen, Pferden und gefiederten Getier und ausreichend Erfahrungen mit eigenen, akut kranken oder verletzten Tieren hat sich der Gründer intensiver mit der Idee einer Tiernothilfe-Organisation beschäftigt. Nach reiflicher Überlegung und dem ausschlaggebenden Ereignis - wie in der Gründungsidee beschrieben - hat er Recherchen betrieben, Analysen erstellt und vielerlei Informationen und fachkompetente Meinungen eingeholt. Dabei kam ihm seine ehemalige Tätigkeit im Krankenhaus und Rettungsdienst zu Gute. In einer umfassenden Studie hat er seine Idee eines medizinischen Tierrettungsdienstes zu Papier gebracht. Nach konsequenter Vorbereitung hat er sich einen kleinen Kreis vor Tierfreunden gesucht, die von seiner Idee begeistert und überzeugt waren und man traf sich zu den ersten gemeinsamen Gesprächen zur Umsetzung.

            
         Der Gründervater des Tierrettungsdienstes UNA Union für das Leben e.V. Uwe Lässig


2007

Die Vereinsgründung
Im Juni 2007 trafen sich 9 Gründungsmitglieder in Bad Herrenalb zur Gründung des Vereins für Tierrettung. Da sich unter den Gründungsmitgliedern eine Person befand, die bereits ca. 10 Jahre zuvor einen gemeinnützigen Verein gegründet hatte, dieser aber nie aktiv tätig war und eigentlich liquidiert werden sollte, entschlossen sich die Gründungsmitglieder zur Übernahme dieses inaktiven und ruhenden Vereinsmantels. Der Verein UNA - Union für das Leben e.V. bekam nun einen neuen Inhalt und wurde mit "Leben" erfüllt. Am 27.Juli 2007 fand dann in Bad Herrenalb die konstituierende Sitzung des Vereins für Tiernothilfe und Tierrettungsdienst UNA Union für das Leben e.V. statt.

Erste Aktivitäten im aktiven Tierrettungsdienst ab August 2007. Man begann mit 3 privaten Fahrzeugen (PKW) der Mitglieder den Tierrettungsdienst im Raum Bad Herrenalb, Ettlingen, Karlsruhe und Bruchsal. Die Fahrzeuge waren mit Notfallausstattung zur Erstversorgung von erkrankten oder verunfallten Tieren, sowie mit Transportbehältnissen ausgestattet.

2008 

Anschaffung eines Rettungswagens
Im Mai 2008 wurde ein gebrauchter Rettungswagen angeschafft, der zu einem intensivmedizinischen Tierrettungswagen umgebaut wurde.
UNA interne Ausbildung von Tiernotfallsanitätern ab Mai 2008 aufgenommen.

2009

Ausbau der bundesweiten Tierrettungsleitstelle

Die 24 Std. Notrufnummer des UNA Tierrettungsdienstes 0700 - 952 952 95 ist seit Anfang 2008 bundesweit auf 6 Leitungen freigeschaltet. Seit Januar 2009 wurde eine bundesweit tätige Tierrettungsleitstelle eingerichtet, die nun auf 19 Notrufleitungen erweitert wurde.

1. Tierrettungswache Deutschlands
Am 25. Januar 2009 hat in Dobel / Nordschwarzwald (Landkreis Calw) die erste Tierrettungswache in Deutschland des UNA Tierrettungsdienstes ihren Dienst aufgenommen. Die Rettungswache ist rund um die Uhr besetzt. Es sind dort ein intensivmedizinischer Tierrettungswagen und zwei PKW Kombi als mobile Rettungseinheiten (MRE) stationiert. Die Fahrzeuge sind mit jeweils zwei Tiernotfallsanitätern, sowie einem Tiernothelfer besetzt.

Ortsgruppe Pahlen (SH) neues MRE
Seit Februar 2009 verfügt die Ortsgruppe Pahlen über ein neues Tierrettungsfahrzeug. Der VW Passat Kombi wurde vom einem  Autohaus aus Heide (SH) gestiftet.

Auszeichnungen für das Projekt "UNA Tierrettung"
Das Projekt UNA Tierrettungsdienst wurde im Rahmen des Wettbewerbes "Echt gut" im Jahre 2009 vom Ministerpräsident des Landes Baden Württemberg für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Der Gründervater Uwe Lässig erhielt hierfür den besonderen Dank und den Preis für die Idee und dem Aufbau des UNA Tierrettungsdienstes.
Ebenfalls erhielt der Verein eine Auszeichnung der Bernd Mettmann Stiftung Berlin und eine damit verbundene finanzielle Unterstützung zum weiteren Ausbau des Tierrettungsdienstes im Land Schleswig Holstein.
Des Weiteren wurde das Projekt "UNA Union für das Leben e.V." Tierrettungsdienst Deutschland für seine hervorragenden überregionalen Leistungen im Aufbau eines bundesweiten Tierrettungsdienstes mit dem 2.Platz in der -Kategorie national- mit der Goldenen Pfote 2010 durch TASSO ausgezeichnet.

2010

Schwerpunkt 2010 auf Schleswig-Holstein

Ausbau des Tierrettungsdienstes in Schleswig-Holstein. Elf neue Stützpunkte von Flensburg bis Hamburg.

1. Deutsches Tierrettungszentrum Das Tierrettungszentrum in Dörpling wurde mit einem Tag der offenen Tür im August 2010 eingeweiht. In dem Gebäudekomplex ist das UNA Bundesschulungszentrum untergebracht. Hier werden sämtliche überregionalen Schulungen und Lehrgänge abgehalten. Eine große Fahrzeughalle mit über 200 qm steht für die regionalen und überregionalen Einsatzfahrzeuge genauso zur Verfügung wie für das zentrale Materiallager. Natürlich befindet sich im Rettungszentrum auch eine Tierrettungswache in Verbindung mit einer Lehrrettungswache, von wo aus die Tiernotfallsanitäter ihr Praktikum absolvieren können.

2011

Steigerung der Einsatzfrequenz auf über 6000 Einsätze.

2012

Stützpunkt direkt in der Stadt Frankfurt am Main
Bereits seit 2009 ist in Rosbach, nördlich von Frankfurt ein Einsatzfahrzeug von UNA stationiert. Seit Januar 2012 hat UNA nun einen Stützpunkt direkt im Stadtgebiet Frankfurt am Main. Nach einer Zeit der Vorbereitung und Absprache mit der Berufsfeuerwehr der Stadt Frankfurt hat die UNA Tierrettung die Versorgung und den Transport von verletzten und in Not geratenen Tieren übernommen. Die beiden Leitstellen von Feuerwehr und UNA arbeiten Hand in Hand zusammen und ergänzen sich in der medizinischen und technischen Rettung von Tieren.

Ausbau Großraum Rhein-Main und Südhessen und Nordbaden
Flächendeckend Nordbaden, Süd- und Mittelhessen

2013

UNA erhält Tierschutzpreis 2013 der Carl-Kraemer-Stiftung
Der Verein UNA Union für das Leben e.V. erhält den Tierschutzpreis 2013 der Carl-Kraemer-Stiftung. In Anerkennung besonderer Verdienste auf dem Gebiet des Tierschutzes, insbesondere für den Aufbau eines länderübergreifenden Rettungsdienstes für Tiere, die in gesundheitliche, medizinische oder lebensbedrohliche Not geraten sind. Die Preisverleihung fand am 13. Mai 2013 im Rahmen einer Feierstunde im Rathaussaal der Stadt Hilchenbach statt. Die Auszeichnung und Ehrung nahm die Kuratioriumsvorsitzende der Carl-Kraemer-Stiftung, sowie der Bürgermeister der Stadt Hilchenbach vor. Dem Gründervater von UNA wurde eine Urkunde und eine Plastik des Künstlers Herrn Stein überreicht. Anschließend trugen sich die Vertreter von UNA in das "Goldene Buch" der Stadt Hilchenbach ein. Der 1. Vereinsvorstand bedankte sich in seiner Rede für die Anerkennung und Auszeichnung bei den Vertretern des Kuratorium und der Stadt. Für das bisherige  Werk und das weitere Vorhaben des Vereins bedankte sich der 1. Vorstand besonders bei der kleinen Gruppe von anwesenden aktiven Mitgliedern und Verantwortungsträgern von UNA. Dabei hob er besonders hervor, dass ohne das besondere Engagement der UNA Mitglieder diese Leistung gar nicht möglich gewesen wäre. Deshalb hier nochmals ein ganz besonderer Dank an alle Menschen und Organisationen, die den UNA Tierrettungsdienst unterstützen um die gesetzten Ziele zu erreichen. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, die uns erkennen lässt, weiter mit großem Engagement an den Zielen des Vereins zu arbeiten.
  
                         Bild: Preisverleihung im Rathaus von Hilchenbach im Mai 2013

2014

Tierrettungswache in Kelsterbach
Ein Logistikunternehmen aus Kelsterbach stellt uneigennützig Räume und KFZ-Stellplätze zum Betrieb einer Tierrettungswache in der Nähe des Flughafens Frankfurt a.M. zur Verfügung.

Einführung von technischen Tierrettungswagen und Sondereinsatzfahrzeuge für überregionale Einsätze. Die Fahrzeuge sind stationiert in Dobel (BW), Koblenz (RP) und Heide (SH) und sind für Ihre Spezialaufgaben bestens gerüstet.

2015

Karlsruhe: Übernahme der Aufgaben des ehemaligen Tiertaxis Karlsruhe.
Nicht nur verletzte und kranke Tiere werden vom UNA Tierrettungsdienst versorgt und transportiert. Seit 2015 fährt die UNA auch verletzte und unverletzte Fundtiere, Tiere die von Amts wegen sichergestellt oder beschlagnahmt werden. Die Zusammenarbeit mit den Revieren und Leitstellen der Polizei und der Feuerwehr, sowie behördlichen Einrichtungen wie Ordnungsämter, Fundämter, Veterinärämtern, usw. der Stadt und des Landkreises Karlsruhe sowie südliche Weinstraße (RP) funktioniert reibungslos. Hauptaufgabe des UNA Tierrettungsdienstes bleibt aber nach wie vor die Versorgung von kranken und verletzen Haustieren. Hinzugekommen sind die sogenannten "Tiertaxifahrten", also Fahrten aus medizinischen Gründen (Tierkrankentransporte) von und zum Tierarzt nach zu Hause.

Stützpunkt in Stadtgebiet Frankfurt
Weitere Stützpunkte im Stadtgebiet Frankfurt am Main in Ffm-Rödelheim und Ffm-Niederrad.

Die eigenen UNA-Stützpunkte im Rheinland und Köln geschlossen.
Zusammenarbeit nur noch mit Kooperationspartner.

2016

Einsatzentwicklung im Stadtgebiet Frankfurt a.M. rückläufig.
Angeblich auf Grund von Sparmaßnahmen der Stadt Frankfurt am Main reduzieren sich die Einsätze im Stadtgebiet Frankfurt. UNA sieht sich gezwungen, die Einsatzfahrzeuge in Frankfurt durch überregionale Spenden zu stützen. 

2017

Endlich neue Tierrettungswache für den Großraum Frankfurt/Rhein-Main.
Seit Juni 2017 unterhält UNA in Mörfelden-Walldorf, direkt an der Autobahnausfahrt A5 einen neuen Stützpunkt für einen Tierrettungswagen. Von diesem Stützpunkt aus kann der Großraum Darmstadt, Gross-Gerau, Rüsselsheim, bis Wiesbaden, sowie Frankfurt noch optimaler bedient werden. Im Stadtgebiet Frankfurt wurden die Einsatzfahrzeuge von 5 Fahrzeugen auf 2 Fahrzeuge reduziert. (Siehe hierzu auch Rubrik "Aktuelles" auf dieser Homepage.)

10 Jahre UNA Tierrettungsdienst
2007 bis 2017 Die Arbeit an dem Ziel des Gründervaters, einen bundesweiten, flächendeckenden Tierrettungsdienst in Deutschland zu etablieren, hat sich entwickelt. Nach 10 Jahren Aufbauarbeit wollte Uwe Lässig soweit sein, einen großen Teil der Bundesrepublik mit einem funktionierenden, 24 Std. einsatzklaren Tierrettungsdienst abzudecken. Leider ist man noch sehr weit von diesem Ziel entfernt. Es fehlt an mehr aktiven, engagierten, zuverlässigen, belastbaren und der Aufgabe gewachsenen Tierrettern. Ebenso bedarf es großer Unterstützung durch die Öffentlichkeit in finanziellem, wie auch emotionale Belangen. Wir arbeiten weiter an unserem Ziel, helft mit.